Heute ging es in das wärmstens empfohlene Anthropologie-Museum. Das Museum beginnt beim Anfang der Menschheit über die ersten Menschen in den Amerikas bis hin zu den verschiedenen historischen, prähispanischen Kulturen auf dem Gebiet des heutigen Mexikos. Insgesamt ein sehr beeindruckendes Museum, in dem man auch mehr als einen Tag verbringen kann - etwas schade ist, dass manche Bereiche kaum beschriftet sind und vor allem, dass in der Präsentation meist nicht zwischen originalen Funden, Replika und Modellen, wie es damals aussah oder hätte aussehen können, unterschieden wurde.
Tlillancalli ist Nahuatl und bedeutet schwarzes Haus. Nahuatl ist die Sprache die im Reich der Mexica (auch bekannt als das Azteken-Reich) im 14. - 16. Jahrhunder gesprochen wurde. Es wurde 1977 mitten in der historischen Altstadt entdeckt und die Funde werden nun hier ausgestellt. Das Herz aus grünem Stein ist eng mit der Gründungslegende von Mexico-Tenochtitlán, der heutigen Mexiko-Stadt, verbunden.
Teotihuacán, das wir ja bereits vorgestern besucht hatten, war vom 6. Jahrhundert vor Christus bis ins 8. Jahrhundert nach Christus ein großes und mächtiges Reich in Zentralamerika.
Das Reich der Mexica, bei uns eher bekannt als Azeteken-Reich, war vom 14. Jahrhundert bis zum 16. Jahrhundert die Großmacht in Zentralamerika und kontrollierte es weitestgehend. Die Mexica wurden erst durch die spanischen Eroberer unter Hernán Cortés 1519-1521 besiegt.
Nach einem flüchtigen Blick zu den Kulturen aus Oaxaca und einem ganz kurzen Blick zu den Maya war die Konzentration endgültig aufgebraucht. Bei einem hoffentlich folgenden weiteren Besuch stehen neben einem ausführlicheren Blick in die Ausstellung zu den Kulturen aus Oaxaca noch die Ausstellungen zu den Kulturen vom Golf von Mexiko, den Kulturen aus Westmexiko und der Kultur der Maya.
Danach sind wir noch ein wenig durch das Stadtviertel Polanco spaziert, haben einem kurzen Abstecher zur Taquería El Turix gemacht, bei der es unverschämt leckere Taco Cochinita Pibil (mexikanisches Pulled Pork) gibt und haben die Atmosphäre im Stadtviertel genossen. Abends zuhause gab es ein sehr leckeres mexikaniaches Abendessen und danach Silvester mit ganz anderen Traditionen als bei uns. Zum einen gab es die doce uvas de la suerte‚ die zwölf Glückstrauben und zum anderen cascarón, eine leere Eierschale, die mit Konfetti gefüllt ist und die man sich auf dem Kopf aufklopft.